| Mühle – mehr als ein Kinderspiel |
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| Geschrieben von: Administrator |
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Das traditionelle Mühlespiel zählt neben dem Gänsespiel, Mancala und Pachisi zu den ältesten Spielen der Welt. Schon aus der Zeit um 2.000 vor Christus sind Spielfelder des Mühlespieles bekannt. Auch in Ägypten, in Griechenland, zur Zeit der Römer und in China wurde Mühle gespielt. Zum Vergleich: Ein heutzutage sehr beliebtes Glücksspiel, beispielsweise Roulette, wurde erst im 17. Jahrhundert nach Christus entwickelt.
Spiele haben demnach schon immer eine wichtige Rolle im Leben der Menschen gespielt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Mühle im Mittelalter beim Volk sehr beliebt war. Während sich der Adel mit teuren Turnieren unterhalten hat, spielte das Volk leidenschaftlich gerne Würfel-, Karten- und auch Brettspiele wie Mühle. Dabei wurde gespielt, wo man gerade war: Das Spielfeld wurde einfach in Tischplatten, Fensterbänke oder kleine Holzbretter eingeritzt. Davon zeugen zum Beispiel ein in die Fußbodendielen eingeritztes Mühlespiel im Göttinger Rathaus oder die Mühle auf der Treppe zur Akropolis. Mühle ist kein KinderspielBis heute findet man das Spiel in jeder Spielesammlung und somit in fast jedem Haushalt, es ist vermutlich das am meisten verbreitete Spiel überhaupt. Auch wenn der Mühle der Ruf eines Spieles für Kinder anhängt, so ist es das doch ganz und gar nicht. Das Grundprinzip ist zwar einfach zu durchschauen und schnell zu lernen, aber es gibt zahlreiche Varianten die gespielt werden können und es gehört schon einiges an taktischem Können dazu, das Spiel zu gewinnen. Verschiedene SpielfelderDas Spielfeld besteht in der Hauptvariante aus drei ineinander liegenden Rechtecken, die an den Seitenmitten miteinander verbunden sind. Hier wird mit zwei mal neun Steinen gespielt. Eine Spielart besteht ebenfalls aus drei ineinander liegenden Rechtecken, die sowohl an den Seitenmitten als auch an den Ecken miteinander verbunden sind. Hier wird mit 12 Steinen gespielt. Es gibt auch Spielfelder, die aus drei ineinander liegenden Sechsecken bestehen, deren Seiten in der Mitte miteinander verbunden sind. Auch hier wird mit zwölf Steinen gespielt. Ziel von Mühle ist es immer, so viele gegnerische Steine wie möglich zu schlagen, bis der Gegner nur noch zwei Steine übrig hat, oder die übrigen Steine so zu blockieren, dass der Gegner nicht mehr ziehen kann. Strategie bei MühleWährend der Setzphase am Anfang des Spieles ist es wichtig, nicht zu früh Mühlen zu bilden, damit eine große Beweglichkeit der Steine gesichert ist. Eckpunkte sind eher zu vermeiden, die Kreuzungspunkte sollten beim Setzen bevorzugt werden. Im zweiten Teil des Spieles gilt es, die bereits liegenden Steine so zu verschieben, dass wieder gegnerische Steine mit einer Mühle geschlagen werden. Erstrebenswert ist es, eine Zwickmühle zu schaffen, wo bei jedem Zug ein gegenerischer Stein geschlagen werden kann. Im Endspiel darf derjenige Spieler, der nur noch drei Steine auf dem Feld hat, mit jeweils einem Stein überall hin springen. Vor 20 Jahren wurde das Mühlespiel vom Informatiker Ralph Gasser gelöst. Er fand heraus, dass das Mühlespiel im allgemeinen nicht gewonnen werden kann. Beherrschen nämlich beide Gegner eine Strategie und macht keiner einen Fehler, wird das Spiel unentschieden ausgehen. Das ist die Herausforderung bei diesem alten Spiel: Mühle Profis müssen ihr Können einsetzen und gleichzeitig ihren Gegner einschätzen, um seine Schwächen zu erkennen oder einen Fehler zu provozieren und das Spiel zu gewinnen. |